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Erwachsene

Legasthenie im Erwachsenenalter

 

Erwachsene haben es besonders schwer. Tagtägliche Gewohnheiten lassen sich nicht einfach abschütteln. Über Jahre hinweg hat so mancher Legastheniker Methoden entwickelt in seinem Alltag das Schreiben möglichst zu vermeiden. Seine Interessen und Kräfte werden gezielt auf die in ihm ausgeprägten Stärken und Neigungen  gerichtet. Es gibt viele interessante Tätigkeiten bei denen man mit dem Lesen und Schreiben  wenig in Berührung kommt oder Möglichkeiten findet, die angeborene Schwäche zu verdecken.  Hier ist die Leistung in anderen Bereichen wichtig und wird auch dementsprechend erbracht.

 

Die wichtigste Vorraussetzung ist ein starker Wille

Ein Training setzt deshalb einen starken Willen des Betroffenen voraus. Man sollte sich bewusst sein, dass eine Verbesserung in der Schreib- und Lesefertigkeit nur mit viel Ausdauer zu erreichen ist. Es nützt nicht viel wenn zum Beispiel ein Familienangehöriger oder Lebenspartner die treibende Kraft ist, die hier eine Abhilfe schaffen möchte. Vielmehr der Betroffene selbst sollte einen Leidensdruck verspüren und selbst an sich arbeiten wollen.

Erfolge sind hier auch nicht sofort sichtbar, sondern stellen sich nur langsam ein. Auf Fortschritte erfolgen  oft wieder  Rückschläge. In solchen Phasen ist viel Durchhaltevermögen wichtig, das durch viel Ausdauer und Geduld letztendlich doch zur Verbesserung führt.

 

Das Training

So wie bei legasthenen Kindern sollte sich der Erwachsene auch hierbei bewusst sein, dass er seine Gedanken, beim Schreiben, Lesen oder Rechnen, auf diese Tätigkeiten lenken muss. Dieses bei einem Erwachsenen zu erreichen ist zwar einfacher als bei Kindern, jedoch ist die Durchführung dann viel schwieriger. Das hat seine Ursache darin, dass jahrelang praktizierte Angewohnheiten fest im Menschen verankert sind. Die Oberflächlichkeit beim Schreiben oder Lesen und das zeitweise Abschweifen der Gedanken, ist eine Angewohnheit, die sich beim legasthenen Menschen über die Jahre verfestigt hat und dieser er sich meist nicht bewusst ist. Bemerkt werden nur die Fehler, die hierbei erfolgen. Allein das Bewusstmachen dieser Tatsache ist bereits der erste Schritt zum Erfolg.

Das ständige Wiederholen bereitet am Anfang die meisten Schwierigkeiten, doch unzähliges Üben  des “Aufmerksamseins”, führt am Ende zum tatsächlichen Aufmerksamsein beim Schreiben und Lesen. Wie lange dieses “Üben” andauert hängt vom Betroffenen selbst ab. Hier kann keine Zeitangabe gegeben werden.

Je nach Ausprägung der Legasthenie darf man sich auch  nicht scheuen an der Basis zu beginnen. Dies bedeutet, dass in manchen Fällen die Erarbeitung der einzelnen  Buchstaben ein guter Einstieg ist. Eine Fehleranalyse kann je nach Bedarf auch hier sehr hilfreich sein um dann gezielt vorzugehen. Gebiete wie Groß- und Kleinschreibung, die Schärfung, die Dehnung, harte und weiche Konsonanten, die Wortdurchgliederung, die Satzgliederung und vieles mehr, sind auch beim Erwachsenen mehr oder weniger betroffen. Ein ausdauerndes Training gewährleistet aber auch die Erfolge.

 

Unterschiedliche Stufen der Legasthenie bei Erwachsenen

 

In frühen Jahrhunderten gab es nur wenige Menschen welche die Möglichkeit hatten, das Lesen und Schreiben zu erlernen. Trotz Einführung einer späteren Schulpflicht trifft man immer wieder auf Menschen, die das Lesen und Schreiben ungenügend oder gar nicht beherrschen. Wobei man hier erwähnen sollte, dass es kaum Leute gibt, die wirklich die Deutsche Rechtschreibung bis ins letzte Detail beherrschen. Interessanterweise wird dies aber von den Menschen kaum zugegeben. Der Grund hierfür ist meist falsche Scham.

Menschen, die die Bedeutung von Buchstaben gar nicht kennen, werden als  primäre Analphabeten bezeichnet. Der Grund hierfür ist keine Anlage zur Legasthenie, sondern einfach die Tatsache, dass Diejenigen keine Gelegenheit hatten sich mit den Kulturtechniken vertraut zu machen.

Eine weitere Form ist die der funktionalen Analphabeten. Hier handelt es sich um   Personen, die die gesellschaftlichen Grundanforderungen im Schreib- und Lesebereich nicht beherrschen. Sie vermeiden schriftsprachliche Anforderungen, da sie schlecht in der Lage sind die Schriftsprache für sich  im Alltag anzuwenden. In diese Gruppe sind die meisten erwachsenen Legastheniker einzuordnen

Als sekundäre Analphabeten werden Menschen bezeichnet, die zwar in der Schule das Schreiben und Lesen erlernt, aber im Laufe ihres Lebens wieder verlernt haben. Auch hier sind Legastheniker zu finden. Hier handelt es sich um Menschen, welche das Schreiben und Lesen mehr oder weniger erlernt haben, diese Techniken aber aufgrund ihrer natürlichen Abneigung kaum praktizieren. Somit geraten Lese- und Schreibtechnik langsam in Vergessenheit.

 

 

 

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